Beringungs-Glossar
Artennorm und Plausibilität
Eine Artennorm ist das art-typische Erwartungsprofil, gegen das die Messwerte eines gefangenen Vogels geprüft werden — weicht ein Wert deutlich ab, erscheint eine Plausibilitätswarnung, die auf einen möglichen Fehler aufmerksam macht.
Beim Vermessen eines Vogels entstehen viele Zahlen — Gewicht, Flügel- und Federlänge und weitere Maße. Für viele Arten ist aus großen Datenmengen bekannt, in welchem Bereich diese Werte üblicherweise liegen. Die Artennorm fasst dieses Erfahrungswissen je Art zusammen: einen typischen Mittelwert und eine übliche Streuung für jede geprüfte Größe.
Trägt jemand einen Wert ein, der aus diesem üblichen Bereich fällt, meldet sich die Plausibilitätswarnung. Sie weist auf die Auffälligkeit hin, blockiert aber nie: Ein echt ungewöhnlicher Vogel muss aufnehmbar bleiben. Die Warnung hilft, Zahlendreher und Verwechslungen im Feld zu bemerken, überlässt die Entscheidung aber der beringenden Person.
Nicht jede Art hat eine Artennorm, und selbst wo es eine gibt, ist jede einzelne Prüfung eigenständig — sie greift nur dort, wo ein Erwartungswert hinterlegt ist. Die konkreten Zahlenwerte hinter diesen Prüfungen gehören zum Innenleben der Software und werden auf den öffentlichen Wissensseiten bewusst nicht veröffentlicht; hier steht der Begriff, nicht die Tabelle.
BirdDoc ist das digitale Stationsjournal für die Vogelberingung — Zugang anfragen