Funktionen
Funktionen einer Beringungssoftware
Eine Beringungssoftware sollte am Ringtisch offline erfassen, aus den Fängen eines Projekts die fertige Meldedatei erzeugen, unplausible Eingaben sofort als Warnung anzeigen und Ringnummern fortlaufend aus der Ringserie vorschlagen – das sind die vier Kernfunktionen, die BirdDoc erfüllt.
-
Offline-Fähigkeit
Offline-Fähigkeit heißt, dass jeder Fang direkt am Ringtisch erfasst wird, auch ganz ohne Internet. Die Daten liegen sicher auf dem Gerät und werden abgeglichen, sobald wieder eine Verbindung besteht.
-
Meldedatei
Die Meldedatei ist die Datei, mit der ein Projekt seine Fänge an die Zentrale meldet – in Österreich die IWM-Datei für die Vogelwarte. BirdDoc erzeugt sie auf Knopfdruck aus allen Fängen eines Projekts als fertige Meldedatei im IWM-Format, ohne dass jemand die Tabelle von Hand umbaut.
-
Plausibilitätswarnung
Eine Plausibilitätswarnung zeigt schon beim Erfassen an, wenn ein Maß oder eine Angabe für die gewählte Art außerhalb des üblichen Bereichs liegt – der Fehler fällt am Ringtisch auf, nicht erst Monate später.
-
Ringserien-Logik
Die Ringserien-Logik führt jede Ringserie fortlaufend und schlägt die nächste freie Ringnummer automatisch vor – Zahlendreher und doppelt vergebene Ringe werden vermieden.
-
Wiederfang-Historie
Die Wiederfang-Historie zeigt zu einer eingetippten Ringnummer sofort die früheren Fänge desselben Vogels: Datum, Art, Beringer:in, Maße, Alter und Geschlecht. Widersprechen sich die Geschlechtsangaben in der Fanggeschichte, steht der Hinweis darauf neben dem Formular, bevor der neue Fang gespeichert ist. Auf Papier hieße das: Jahre zurückblättern.
-
Import bestehender Daten
Der Import bestehender Daten holt frühere Fänge aus einer vorhandenen Meldedatei in ein Projekt, damit niemand bei null anfängt – in Österreich aus der IWM-Datenmeldung. Vor dem Schreiben zeigt eine Vorschau, was geschehen würde: wie viele Fänge übernommen werden, welche Beringer:innen und Stationen neu angelegt würden, welche Fänge als bereits vorhanden erkannt und übersprungen werden und welche Zeilen fehlerhaft sind, jede mit Zeilennummer und Grund.
-
Auswertung
Die Auswertung liest dieselben Fänge eine Ebene höher: Kennzahlen wie Fänge, Arten, Fangtage und Wiederfang-Anteil, die Erstnachweise der Arten im gewählten Zeitraum, der letzte Fangtag im Vergleich zum vorigen sowie Diagramme der häufigsten Arten, der Fänge pro Fangtag und der Fangaktivität nach Tagesstunde. Der Zeitraum ist wählbar, von heute über die laufende Woche bis zur Saison oder zu einem frei gesetzten Datum. Gerechnet wird auf dem Server, dafür braucht es Empfang.
-
Gemeinsam erfassen
Gemeinsam erfassen heißt, dass mehrere Personen einer Organisation in denselben Projekten arbeiten und dieselben Fänge sehen; jede Organisation bleibt dabei für sich. Wer an der Station mithilft, ohne ein eigenes Konto zu haben, wird als Beringer:in ohne Konto geführt, lässt sich direkt beim Erfassen anlegen und später mit einem Konto verknüpfen, sobald die Person eines bekommt.
-
Stationen und Netze
Stationen und Netze sind die Ortsangaben eines Fangs. Eine Station trägt Ortskodierung, Land, Region und Koordinaten einmal, und jeder Fang an dieser Station erbt sie, statt sie einzeln mitzuführen. Zusätzlich führt ein Projekt eine Netzliste mit Nummer und Taschenanzahl je Netz: Eine Netznummer, die nicht in der Liste steht, oder eine Tasche, die dieses Netz gar nicht hat, fällt schon beim Erfassen als Hinweis auf, bevor der Zahlendreher in die Meldedatei gelangt.
-
Pro Projekt einstellbar
Pro Projekt einstellbar ist, worin sich Beringungsprojekte unterscheiden: welche optionalen Felder das Formular abfragt, wie fein Fettvorrat und Muskelklasse bestimmt werden, in welchen Monaten die Saison liegt und an welchem Wochentag zu welcher Uhrzeit die Beringungswoche umspringt. Was ein Projekt nicht erhebt, erscheint in seinem Formular gar nicht erst; Saison und Wochengrenze legen fest, was die laufende Saison und die laufende Woche in der Auswertung bedeuten.
-
Sonderfälle, die Papier schlecht verträgt
Sonderfälle sind die Fänge, die auf Papier immer eine Randnotiz waren: ein vernichteter Ring, der seine Nummer verbraucht, ohne dass ein Vogel dazugehört; eine Art, die nicht in der Artenliste steht; ein Tot-Fund mit seinen Todesumständen; ein Fang außerhalb des Standard-Fangprotokolls, etwa ein Handfang. Jeder davon hat in BirdDoc einen eigenen Eintrag oder eine eigene Markierung, verlangt beim Erfassen genau die Angaben, die dazugehören, und landet richtig in der Meldedatei.
BirdDoc ist das digitale Stationsjournal für die Vogelberingung. Zugang anfragen